Ein Wechsel, der geplant war – und trotzdem bewegt
Manchmal beginnt eine große Aufgabe ganz pragmatisch: „Wir haben hier gerade ein Problem.“ Als Regenbogen Wohnen im Jahr 2021 ohne Geschäftsführung dastand, sprang Christian Boenisch ein – mit einem klaren Zeitrahmen. Nach knapp vier Jahren ist dieser Moment nun da: Die Geschäftsführung wird an Florian Dockhorn übergeben.
Was bleibt: Wissen, Digitalisierung, Unabhängigkeit
Im Rückblick nennt Christian Boenisch drei zentrale Errungenschaften seiner Leitung: das institutionelle Wissen im Haus zu festigen, den Sprung in Richtung Digitalisierung zu schaffen und Regenbogen Wohnen unabhängiger von externen Dienstleistern zu machen – insbesondere bei Finanzierung und Entgeltverhandlungen. Veränderungen, die den Alltag und auch die Zukunftsfähigkeit der Organisation dauerhaft prägen.
Was herausforderte: Liquidität, Ruhpolding, Brand
Neben den Fortschritten benennt Boenisch auch die großen Herausforderungen seiner Amtszeit: die anfänglich desaströse finanzielle Lage im Sommer 2022, die konzeptionellen und personellen Anforderungen rund um die Immobilie in Ruhpolding – und zuletzt den Brand eines Wohnhauses im Herbst 2025. Zugleich wird für ihn in diesen Momenten sichtbar, was Regenbogen Wohnen trägt: schnelle Zusammenarbeit, gemeinsames Handeln und Verantwortung füreinander.
Herzprojekte und Zukunftsbilder
Ein Projekt liegt Boenisch besonders am Herzen: NUEVA (Nutzerinnen und Nutzer evaluieren) – Peer-to-Peer-Befragungen, die Qualität „ehrlich und authentisch“ spiegeln sollen. Und auch Ruhpolding bleibt ein Ort mit Potenzial: ein lebendiger, offener Raum, in dem Inklusion im Alltag stattfindet.
Über das Projekt NUEVA bei Regenbogen Wohnen
Als Qualitätspartner des Projekt NUEVA hat Regenbogen Wohnen einmal mehr die Beteiligung ihrer Bewohnerinnen und Bewohner in den Fokus gerückt und geht einen mutigen Schritt in Richtung optimierte Angebotslandschaft für psychisch behinderte Menschen.
Der Start von Florian Dockhorn: Fachlichkeit, Vernetzung, Inklusion
Florian Dockhorn übernimmt mit einer klaren Motivation: Wirksamkeit – nicht nur im Eins-zu-Eins, sondern mit Hebeln, die für viele Menschen wirken. Sein Fokus liegt auf fachlich guter sozialer Arbeit, stärkerer Vernetzung nach innen und außen – und einer Inklusion, die konkret wird: mit Ideen, Räumen, Konzepten und einem klaren gesellschaftlichen Standpunkt.
Werte, die verbinden: solidarisch, mutig, vielfältig
Beide betonen die Bedeutung von starker und mutiger Haltung – besonders in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen. Solidarität, Mut und Vielfalt sind bei Regenbogen Wohnen nicht nur Schlagworte, sondern als Auftrag zu verstehen: für Menschen, die Unterstützung brauchen – und für eine inklusive Gesellschaft.
Ausblick
Die Übergabe markiert keinen Bruch, sondern eine Weiterentwicklung: Stabilisieren, strukturieren, professionalisieren – und jetzt mit neuer Energie Vernetzung und Inklusion weiter konkret machen. Mit einem wichtigen Meilenstein in Sicht: 40 Jahre Regenbogen Wohnen im kommenden Jahr.
Von Stabilisierung zu Zukunftsplänen: Christian Boenisch und Florian Dockhorn im Interview
Anlässlich der Übergabe der Geschäftsführung zum 1. Januar 2026 haben wir mit dem scheidenden und dem neuen Geschäftsführer der Regenbogen Wohnen gGmbH gesprochen: Über Errungenschaften, Ziele und einen Blick in die Zukunft.
Wir haben das institutionelle Wissen extrem verbreitet und gefestigt […], den ersten großen Sprung in den Bereich IT-Digitalisierung geschafft […]. Wir sind völlig unabhängig von externen Dienstleistern, was die Finanzierung und Entgeltverhandlungen betrifft.
Rupolding […] So wie es in meinem Kopf […] ist, ist es ein lebendiger Ort, wo Menschen ein- und ausgehen und wo Inklusion alltäglich stattfindet.
Ich möchte, dass soziale Arbeit fachlich einfach gut ist.
Gut aufgestellt ist [Regenbogen] in der überregionalen Arbeit. Was mehr werden darf, ist eine Vernetzung nach innen und eine Vernetzung nach außen, um zu zeigen: „Soziale Arbeit ist wichtig“.
Ich möchte, dass Inklusion nicht nur ein Schlagwort ist, sondern mit Ideen, mit Konzepten, mit Räumen gefüllt ist. Soziale Arbeit ist auch eine Menschenrechtsprofession.
