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	<title>Positionen | Regenbogen Wohnen</title>
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	<description>Ein guter Ort zum Leben und Sein.</description>
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	<title>Positionen | Regenbogen Wohnen</title>
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		<title>Der neue Regenbogen Wohnen-Geschäftsführer Florian Dockhorn über Fachlichkeit, Inklusion und Vernetzung</title>
		<link>https://regenbogen-wohnen.de/regenbogen-wohnen-geschaeftsfuehrer-dockhorn/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jan 2026 12:45:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Positionen]]></category>
		<category><![CDATA[Ruhpolding]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
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					<description><![CDATA[Florian Dockhorn spricht über Motivation, erste Eindrücke, Inklusion als Menschenrechtsauftrag, finanzielle Stabilität – und was ihm in der Zusammenarbeit wichtig ist.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="et_pb_section et_pb_section_0 et_section_regular" >
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Was hat Sie motiviert, den Schritt zu gehen und die Geschäftsführung bei Regenbogen Wohnen zu übernehmen?</strong></p>
<p><strong>Florian Dockhorn: </strong>Ich habe als Sozialarbeiter begonnen, im Eins-zu-eins-Kontakt mit Menschen. Dabei habe ich für mich gemerkt, dass ich wirksam bin – dass ich vor Ort etwas erreichen und dazu beitragen kann, dass sich Dinge verändern.</p>
<p>Ich bin mir sicher, dass man in einer Geschäftsführungsposition noch einmal andere Hebel und Steuerungsmöglichkeiten hat. Bei Regenbogen Wohnen kann ich für rund 450 Menschen einen Beitrag leisten. Dabei hat das Thema Fachlichkeit für mich einen klaren Fokus. Ich möchte, dass es nicht einfach „irgendwie soziale Arbeit“ ist. Denn dahinter steckt sehr viel mehr.</p>
<p>Wenn sich Menschen bei uns in eine Fürsorge begeben, dann finde ich es wichtig, dass wir eine Leistung erbringen, die fachlich wirklich gut ist. Dazu möchte ich meinen Beitrag leisten.</p>
<p>Regenbogen Wohnen interessiert mich ganz besonders, weil ich sehr gerne mit Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen arbeite. Ich habe eine Vorstellung davon, wie diese Arbeit gelingen kann, und fühle mich in diesem Bereich der sozialen Arbeit sehr wohl.</p>
<p><strong>Sie haben nun schon einige Wochen Einblicke erhalten. Wie fällt Ihre erste Bilanz aus?</strong></p>
<p>Ich glaube, eine große Stärke von Regenbogen Wohnen liegt in der überregionalen Arbeit. Wir sind nicht nur ein Träger in München mit drei oder vier Wohngruppen, sondern ein oberbayernweit tätiger Träger – mit all den Herausforderungen, aber auch mit all den Vorteilen, die das mit sich bringt.</p>
<p>Was aus meiner Sicht wieder stärker werden darf, ist die Vernetzung nach innen: dass wir innerhalb des Unternehmens wieder mehr ein gemeinsames „Wir“ entwickeln. Und auch die Vernetzung nach außen – sichtbar zu machen: Soziale Arbeit ist wichtig, diese Arbeit hat Bedeutung.</p>
<p>Gerade wenn man sich politisch anschaut, in welche Richtung sich unsere Gesellschaft aktuell bewegt, halte ich es für wichtig, bewusst zu sagen: Nein, diese Arbeit hat ihre Berechtigung. Und sie darf mehr werden.</p>
<p>Ein weiteres zentrales Thema ist für mich die Frage: Wie kann gute fachliche Arbeit trotz aller Herausforderungen in der direkten Arbeit gelingen? Dafür braucht es gutes Handwerkszeug. Ich bin überzeugt, dass man hier – egal ob als Träger oder als einzelne Fachkraft – immer weiter dazulernen und besser werden kann. Das wünsche ich mir sehr für alle, die bei Regenbogen Wohnen tätig sind.</p>
<p><strong>Gibt es weitere Aspekte oder eine größere Vision, die Sie antreibt?</strong></p>
<p>Ich wünsche mir, dass Inklusion nicht nur ein Schlagwort bleibt, sondern mit Leben gefüllt wird. Dass wir uns konkret fragen: Wie kann Inklusion in unseren Häusern stattfinden – auch in großen Einrichtungen wie in Unterschleißheim?</p>
<p>Ich möchte hier gemeinsam mit den Menschen vor Ort in einen Prozess gehen, Ideen sammeln und überlegen, wie wir diese Orte zu Orten gelebter Inklusion machen können. Dieses Schlagwort wirklich zu füllen – mit Ideen, Konzepten, Räumen und Möglichkeiten. Das ist meine Vision.</p>
<p>Dazu gehört für mich auch, sich solidarisch und mit breiter Brust hinzustellen und zu sagen: „Nein, halt – wir gehen diesen Weg weiter.“ Soziale Arbeit ist eine Menschenrechtsprofession. Und für dieses Menschenrecht einzustehen, ist mir ein großes Anliegen.</p>
<p><strong>Gibt es dafür bereits konkrete Ideen?</strong></p>
<p>In Ruhpolding hat dieser Prozess bereits begonnen. Dort gibt es inzwischen ein Kinderkino auf dem Gelände, eine Jugendgruppe und die DLRG ist ebenfalls vor Ort aktiv. Das sind erste Schritte, die dazu führen, dass Menschen vorbeikommen und es nicht mehr heißt „die da oben“.</p>
<p>Stattdessen entsteht das Bild einer Gesellschaft, in der jede Person mit ihrer Individualität ihren Platz hat. Das ist mein Wunsch – und natürlich ein längerer Prozess.</p>
<p>Gedanklich sehe ich hier zunächst keine Grenzen. Mir ist wichtig, über den Tellerrand zu schauen und nicht nur in unseren eigenen Strukturen zu suchen, sondern zu überlegen: Wie können wir uns besser vernetzen?</p>
<p>Vielleicht kann man beispielsweise eine Hochschule einbinden und daraus eine Masterarbeit entwickeln, die sich mit der Frage beschäftigt: Wie kann Inklusion in einem bayerischen Dorf ganz im Süden Deutschlands im Kleinen gelingen?</p>
<p><strong>Wie starten Sie nun in die kommenden Wochen?</strong></p>
<p>Zunächst möchte ich alle Einrichtungen kennenlernen und ein Gefühl dafür bekommen, wie vielfältig Regenbogen Wohnen aufgestellt ist.</p>
<p>Mittelfristig stehen strategische Überlegungen an, insbesondere zur Frage, wie wir das Thema Inklusion weiter voranbringen können. Dafür gilt es – wie bereits in Ruhpolding – konzeptionell genau hinzuschauen. Auch bei der Neueröffnung der Einrichtung in Garching nach dem Brand stellt sich die Frage: Was soll bleiben? Was hat in der Vergangenheit gut funktioniert? Und was darf künftig besser laufen?</p>
<p>Diese Überlegungen möchte ich gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort entwickeln.</p>
<p>Ein weiterer wichtiger Punkt: Im kommenden Jahr feiern wir 40 Jahre Regenbogen Wohnen. Das ist ein wunderbarer Anlass, um Vernetzung weiter auszubauen.</p>
<p>Ergänzend möchte ich erwähnen, dass wir mit der Regenbogen Arbeit ein Schwesterunternehmen haben, das sich der Inklusion im Arbeitsleben widmet. Ich halte das für einen sehr wichtigen Baustein, damit Menschen neben Wohnen und Betreuung auch einen Arbeitsort haben, an den sie gerne gehen. Auch hier sehe ich noch großes Potenzial für stärkere Vernetzung.</p>
<p><strong>Was ist Ihnen in der Zusammenarbeit besonders wichtig?</strong></p>
<p>Besonders wichtig ist mir Verlässlichkeit. Das erwarten unsere Klientinnen und Klienten von uns – und das erwarte ich ebenso von den Menschen, mit denen ich zusammenarbeite. Darauf aufbauend ist Vertrauen für mich ein zentraler Wert.</p>
<p>Ich plädiere außerdem für eine konstruktive und wertschätzende Streitkultur. Um gemeinsam voranzukommen, braucht es die Möglichkeit, unterschiedliche Standpunkte offen zu diskutieren. Voraussetzung dafür sind Vertrauen und Verlässlichkeit – also die Gewissheit, dass das Gegenüber nicht abspringt, nur weil man im Diskurs unterschiedlicher Meinung ist, sondern dass man weiterhin an derselben Sache arbeitet.</p>
<p><strong>Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und einen guten Start!</strong></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h2>Von Stabilisierung zu Zukunftsplänen: Christian Boenisch und Florian Dockhorn im Interview</h2>
<p>Anlässlich der Übergabe der Geschäftsführung zum 1. Januar 2026 haben wir mit dem scheidenden und dem neuen Geschäftsführer der Regenbogen Wohnen gGmbH gesprochen: Über Errungenschaften, Ziele und einen Blick in die Zukunft.</p></div>
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				<div class="et_pb_testimonial_description">
					<div class="et_pb_testimonial_description_inner"><div class="et_pb_testimonial_content"><p>Wir haben das institutionelle Wissen extrem verbreitet und gefestigt [&#8230;], den ersten großen Sprung in den Bereich IT-Digitalisierung geschafft [&#8230;]. Wir sind völlig unabhängig von externen Dienstleistern, was die Finanzierung und Entgeltverhandlungen betrifft.</p>
<p>Rupolding [&#8230;] So wie es in meinem Kopf [&#8230;] ist, ist es ein lebendiger Ort, wo Menschen ein- und ausgehen und wo Inklusion alltäglich stattfindet.</p></div></div>
					<span class="et_pb_testimonial_author">Christian Boenisch</span>
					<p class="et_pb_testimonial_meta"><span class="et_pb_testimonial_position">ehem. Geschäftsführer</span></p>
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		<title>Strukturen für die Zukunft und echte Herzensprojekte: Christian Boenisch im Gespräch</title>
		<link>https://regenbogen-wohnen.de/christian-boenisch-im-interview/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Jan 2026 12:40:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Positionen]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
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					<description><![CDATA[Christian Boenisch blickt auf knapp vier Jahre Geschäftsführung zurück – und berichtet offen über Errungenschaften und Herausforderungen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="et_pb_section et_pb_section_2 et_section_regular" >
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Herr Boenisch, wie kamen Sie eigentlich zu Regenbogen Wohnen?</strong></p>
<p><strong>Christian Boenisch: </strong>Vor vier Jahren hatte ich gerade meinen Posten als Bezirksgeschäftsführer für München und Oberbayern beim Arbeiter-Samariter-Bund niedergelegt. Bei Regenbogen Wohnen war die Geschäftsführerin ausgeschieden, und ich wurde gefragt: „Können Sie nicht einspringen?“ Und so bin ich zu Regenbogen gekommen.</p>
<p>Die Entscheidung für diesen Träger war schnell getroffen. Ich habe zuvor große Verbände mit zweieinhalb- bis dreitausend Mitarbeitenden geleitet – etwas Vergleichbares wollte ich nicht mehr. Die Verabredung war außerdem von Anfang an klar: nur für drei bis fünf Jahre. Und so ist es jetzt auch gekommen. Im Februar 2022 habe ich angefangen, nun sind es knapp vier Jahre. Das war beiden Seiten von Beginn an bewusst.</p>
<p><strong>Gibt es Momente oder Errungenschaften aus diesen vier Jahren, auf die Sie besonders zurückblicken? Hat sich etwas besonders eingeprägt?</strong></p>
<p>Als Errungenschaft würde ich bezeichnen, dass wir das institutionelle Wissen extrem verbreitert und gefestigt haben. Heute haben wir in der gesamten Personalarbeit – von Tarifverträgen bis hin zum Individualarbeitsrecht – eine große Sicherheit. Außerdem haben wir den ersten großen Schritt in Richtung Digitalisierung gemacht.</p>
<p>Und – mindestens ebenso wichtig – wir sind inzwischen völlig unabhängig von externen Dienstleistern, was Finanzierung und Entgeltverhandlungen betrifft. Die Institution ist heute in der Lage, das selbst zu leisten. Das sind Errungenschaften, die das Leben und den Alltag dieser GmbH nachhaltig verändern werden.</p>
<p><strong>Was waren große Herausforderungen in Ihrer Zeit als Geschäftsführer?</strong></p>
<p>Da gibt es verschiedene Bereiche in der Geschäftsführung. Ich beginne mit dem kaufmännischen Management: Der größte Schock war im Sommer 2022, als mir klar wurde, dass wir nicht ausreichend liquide waren, um alle laufenden Verpflichtungen zu erfüllen. Sparsamkeit kannte ich aus anderen Situationen, aber zahlungsunfähig zu sein – das war neu für mich. Wir haben das gemeinsam gelöst, und inzwischen ist es strukturell bereinigt. Das ist heute kein Thema mehr.</p>
<p>Eine zweite große Herausforderung war der Kauf und die Inbetriebnahme der Immobilie in Ruhpolding. Dafür waren wir personell und konzeptionell eigentlich noch nicht so weit. Inzwischen haben wir einige Schritte gemacht und sehen echte Chancen, dort grundlegend etwas zu verändern. Wir sind gerade mitten in diesem Prozess.</p>
<p>Und schließlich gab es im Herbst 2025 noch ein sehr einschneidendes Ereignis: In einem Wohnhaus, in dem zehn Menschen mit psychischen Erkrankungen und/oder Behinderungen leben, kam es nachts zu einem Brand. Was für ein Schreck. Die Erleichterung war unbeschreiblich, als die Nachricht kam: „Es ist niemand ums Leben gekommen oder schwer verletzt worden.“</p>
<p>Der Umgang mit dieser Katastrophe hat mir eindrucksvoll gezeigt, wie bei Regenbogen Wohnen Hand in Hand gearbeitet wird. Unsere sehr engagierten Mitarbeitenden haben schnell Unterkünfte organisiert und alles Notwendige geregelt. Inzwischen sind wir mitten in der Renovierung und haben sogar die Chance, Anpassungen vorzunehmen, die das Leben und Arbeiten dort künftig erleichtern werden.</p>
<p><strong>Gibt es ein Projekt oder eine angestoßene Veränderung, die Ihnen besonders am Herzen liegt und auf die Sie besonders gern zurückblicken?</strong></p>
<p>Ja, ein Projekt liegt mir besonders am Herzen: NUEVA – „Nutzerinnen und Nutzer evaluieren“. Dieses Projekt kenne ich seit vielen Jahren. Wenn es irgendwie möglich ist, sollte es fortgeführt werden. Ich sehe deutlich, dass Peer-to-Peer-Befragungen andere, oft ehrlichere Ergebnisse liefern.</p>
<p>Es ist ein kleines Projekt, aber ich glaube, dass es langfristig viel bewirken kann, weil es direkt in die Herzkammer der Qualitätsfragen zielt. Solche Projekte machen mir Freude, weil sie uns dazu bringen, uns selbst ehrlich zu hinterfragen und authentisches Feedback zu erhalten.</p>
<p>Und dann komme ich noch einmal auf die Immobilie in Ruhpolding zurück. Es gibt nur wenige Träger unserer Größenordnung, die eine solche Chance haben, wirklich etwas zu verändern – im Sinne von Inklusion, Quartiersarbeit und Milieutherapie. Aktuell ist es ein ehemaliges Altenheim und ein ehemaliges Schwesternheim, und das sieht man auch. In meiner Vorstellung wird es künftig ein lebendiger Ort sein, an dem Menschen ein- und ausgehen und Inklusion ganz selbstverständlich gelebt wird. Dieser Prozess hat gerade erst begonnen.</p>
<p><strong>Gibt es etwas, das Sie Florian Dockhorn ganz bewusst mit auf den Weg geben möchten?</strong></p>
<p>Ich möchte ihm mitgeben, künftig noch genauer darauf zu schauen, wie wir neue Kolleginnen und Kollegen auswählen. Das entscheidet maßgeblich über Qualität – und letztlich darüber, ob wir den Menschen, für die wir Verantwortung tragen, ein gutes Zuhause ermöglichen. Wir haben kein Recht, an der Qualität dieses Zuhauses Abstriche zu machen.</p>
<p>Außerdem würde ich mir wünschen, weiterhin ein wenig mitzudenken, Ideen einzubringen oder auch Mut zu machen – insbesondere dabei, aus diesem großen Immobilienkomplex in Ruhpolding etwas Lebendiges entstehen zu lassen. Ich wechsle nun vom Hauptamt ins Ehrenamt bei Regenbogen Wohnen. Wenn das für die Kolleginnen und Kollegen passt, würde ich mich freuen, weiterhin einen Beitrag leisten zu können.</p>
<p><strong>Und was haben Sie nun persönlich vor – gibt es Pläne?</strong></p>
<p>Der wichtigste Punkt ist meine Gesundheit. Ich muss wieder mehr rausgehen und mehr Sport treiben, damit mein Leben auch wirklich lebenswert bleibt.</p>
<p>Ich habe weiterhin ein sehr verantwortungsvolles Ehrenamt beim Paritätischen auf Landesebene im Aufsichtsrat sowie das Ehrenamt als Richter am Landgericht München. Diese Aufgaben möchte ich zu Ende führen.</p>
<p>Darüber hinaus gibt es einige Reisepläne. Mein Sohn lebt mit seiner Familie in Schweden – dort würde ich gern einmal länger bleiben als nur für einen kurzen Urlaub.</p>
<p>Und durch die Einladungen zu unserem Übergabetermin habe ich viele schöne Rückmeldungen bekommen. Menschen sagten: „Ich kann nicht kommen, aber lass uns danach etwas gemeinsam machen.“ Ob eine Bergtour oder ein Besuch in Berlin – ich möchte Menschen besuchen, die ich zum Teil lange nicht gesehen habe.</p>
<p>Vor allem aber möchte ich Zeit haben: Zeit für lange Gespräche, für ausgedehnte Spaziergänge und für Begegnungen ohne Termindruck.</p>
<p><strong>Das wünschen wir Ihnen von Herzen.</strong></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h2>Von Stabilisierung zu Zukunftsplänen: Christian Boenisch und Florian Dockhorn im Interview</h2>
<p>Anlässlich der Übergabe der Geschäftsführung zum 1. Januar 2026 haben wir mit dem scheidenden und dem neuen Geschäftsführer der Regenbogen Wohnen gGmbH gesprochen: Über Errungenschaften, Ziele und einen Blick in die Zukunft.</p></div>
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				<div class="et_pb_testimonial_description">
					<div class="et_pb_testimonial_description_inner"><div class="et_pb_testimonial_content"><p>Ich möchte, dass soziale Arbeit fachlich einfach gut ist.</p>
<p>Gut aufgestellt ist [Regenbogen] in der überregionalen Arbeit. Was mehr werden darf, ist eine Vernetzung nach innen und eine Vernetzung nach außen, um zu zeigen: „Soziale Arbeit ist wichtig“.</p>
<p>Ich möchte, dass Inklusion nicht nur ein Schlagwort ist, sondern mit Ideen, mit Konzepten, mit Räumen gefüllt ist. Soziale Arbeit ist auch eine Menschenrechtsprofession.</p></div></div>
					<span class="et_pb_testimonial_author">Florian Dockhorn</span>
					<p class="et_pb_testimonial_meta"><span class="et_pb_testimonial_position">Geschäftsführer</span></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Neurodeeskalation: Haltung statt Hierarchie</title>
		<link>https://regenbogen-wohnen.de/neurodeeskalation-haltung-statt-hierarchie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Jul 2025 12:21:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Positionen]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
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					<description><![CDATA[NeuroDeeskalation ist in der pädagogischen Praxis ein echter Gamechanger. Im Interview erklärt Sabrina Kreitmaier, wie Fachkräfte durch Selbstregulation Eskalationen vorbeugen, echten Kontakt ermöglichen – und dabei selbst gesünder bleiben.]]></description>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Was ist NeuroDeeskalation – und worin liegt der Unterschied zur klassischen Deeskalation?</strong></p>
<p>Deeskalation ist ein sehr breit gefasster Begriff. Das kann Selbstschutz oder Selbstverteidigung sein, der Abbruch einer Situation oder das Arbeiten mit bestimmten ablaufbasierten Modellen, etwa ProDeMa – professionelles Deeskalationsmanagement.<br />Der große Unterschied zur NeuroDeeskalation ist:</p>
<blockquote>
<p>Hier steht nicht der Schutz vor dem Anderen im Mittelpunkt, sondern die Regulation des Anderen durch meine eigene Haltung und Regulation.</p>
</blockquote>
<p>Ziel ist es, die subjektiv wahrgenommene Bedrohung zu senken, sodass Eskalation gar nicht erst in ihrer Vollständigkeit entsteht oder schneller abklingt.<br />NeuroDeeskalation bedeutet, den Menschen nicht als Problemträger zu sehen, sondern ihn in seinem Nervensystem zu verstehen: Was löst die Reaktion aus?</p>
<blockquote>
<p>Wie kann ich ihm helfen, wieder ins Bindungssystem zu kommen?</p>
</blockquote>
<p>Kern der Methode ist: Deeskalation beginnt bei mir. Ich muss selbst reguliert sein, um andere regulieren zu können. <br />Das ist ein echter Paradigmenwechsel – und das Herzstück der NeuroDeeskalation.</p>
<p><strong>Wer hat die NeuroDeeskalation entwickelt?</strong></p>
<p>Die Methode wurde 2007 von <strong>Dr. Christoph Göttl</strong>, einem Kinder- und Jugendpsychiater aus Österreich, entwickelt. Er arbeitete in einer Klinik mit häufigen Fixierungen und Zwangsmaßnahmen – das ist auch heute noch ein großes Thema in pädagogischen Einrichtungen, gerade auch in Kinder- und Jugendpsychiatrien, aber sicherlich auch in Erwachsenenpsychiatrien und in vielen Einrichtungen – und suchte nach einem anderen Weg.<br />Er kombinierte neurobiologische Erkenntnisse mit Traumatherapie, Bindungstheorie und körperorientierten Ansätzen. 2015 entstand daraus ein interdisziplinäres Team – heute ist NeuroDeeskalation eine Bewegung.</p>
<p><strong>Wann kommt NeuroDeeskalation zur Anwendung?</strong></p>
<p>Ursprünglich in Akutsituationen – z. B. wenn Kinder in Eskalationen schreien, sich selbst verletzen oder dissoziieren. </p>
<blockquote>
<p>Doch heute geht es um viel mehr: NeuroDeeskalation ist eine Haltung. Sie beeinflusst, wie ich Menschen begegne – nicht nur in Krisen.</p>
</blockquote>
<p><strong>Was unterscheidet NeuroDeeskalation von anderen Ansätzen?</strong></p>
<p>Andere Programme arbeiten oft mit festen Abläufen: Schritt A, dann B und hat primär den Selbstschutz im Fokus. NeuroDeeskalation ist prozessorientiert. Es geht darum, wie kann ich mein Nervensystem regulieren und über meinen Körper so viel Sicherheit ausstrahlen, um Kontakt mit meinem Gegenüber herzustellen – auch ohne Sprache. Ich frage mich: Was hat das mit mir zu tun? Was war mein Anteil an der Eskalation? Was kann mein Anteil in der Deeskalation sein?</p>
<p><strong>Ist die Methode besonders für Kinder und Jugendliche geeignet?</strong></p>
<p>Nein – sie ist für alle Menschen geeignet. Denn sie basiert auf universellen neurobiologischen Prinzipien. Sie wirkt im Hirnstamm und limbischen System – bei jedem gleich, unabhängig von Alter oder Einschränkungen.<br />Sie wird in forensischen Einrichtungen, Psychiatrien, der Kinder- und Jugendhilfe und im privaten Umfeld angewendet.</p>
<p><strong>Wie lebt ihr NeuroDeeskalation bei Regenbogen Wohnen?</strong></p>
<p>Als wir 2015 mit unserer Einrichtung gestartet sind, wollten wir bewusst neue Wege gehen – ohne starre Hierarchien und Machtstrukturen. 2021 haben wir die Methode kennengelernt und waren sofort überzeugt.<br />Wir – Carolin Obinger und ich – haben die Ausbildung zur Neurodeeskalation-Practitioner und anschließend zur NeuroDeeskalations-Trainerin gemacht und in Teamsitzungen erste Inhalte vermittelt. Ziel war: alle Mitarbeitenden sollen die gleiche Sprache sprechen – z. B. verstehen, was es heißt, „rot“ oder „grün“ zu sein.</p>
<blockquote>
<p>Die Wirkung war deutlich spürbar: weniger Eskalationen, kürzere Krisen, mehr Vertrauen, weniger Übergriffe. Kinder berichten, dass sie sich sicherer fühlen.</p>
</blockquote>
<p>Und: Die Arbeit wurde spürbar leichter. Keine stundenlangen Eskalationen mehr, keine Ohnmacht – sondern klare Handlungssicherheit.</p>
<p><strong>Wie läuft eine Schulung zur NeuroDeeskalation ab?</strong></p>
<p>Zunächst klären wir: Was passiert bei einer Eskalation im Gehirn? Dann geht es darum: Wie kann ich mich selbst regulieren? Welches Körperwissen hilft mir? Auch die Schulungen sind sehr prozessorientiert und kein Seminar läuft gleich ab. <br />Der wichtigste Satz: Es beginnt bei mir.<br />Wir arbeiten mit echten Fällen aus dem Alltag, nicht mit theoretischen Szenarien. Diese systemischen Rollenspiele führen oft zu Aha-Momenten – z. B. wenn jemand erkennt, dass ein kurzer Körperkontakt oder akustischer Reiz mehr bewirkt als viele Worte.</p>
<p>Wir vergleichen es gerne mit einem, der im brennenden Haus steht und dann kommt der Feuerwehrmann und suggeriert mir, es ist okay und ich führe dich raus. Das kann durch sehr eindeutige Körpersprache und durch klare Guidance gelingen. <br />Wenn ich als Feuerwehrmann aber frage: „Wollen Sie das Sprungtuch nehmen oder lieber die Drehleiter oder robben wir über den Boden? Was ist Ihnen gerade am liebsten?“ – dann kann das nicht funktionieren. Um Entscheidungen zu treffen, brauche ich das Großhirn. Habe ich nicht zur Verfügung in der Notsituation. Heißt, ich brauche einen Feuerwehrmann, der zu mir sagt: „Wir nehmen die Drehleiter“. Diese Feuerwehrleute wollen wir sein.</p>
<p><strong>Gibt es ein Beispiel aus der Praxis, das Sie besonders berührt hat?</strong></p>
<p>Ja, eine junge Frau, die inzwischen alleine wohnt, aber noch betreut wird. Sie hat sich in einer Krise befunden, in die Klinik begeben und hat gesagt: „Okay, jetzt ist der Zeitpunkt, da habe ich es nicht mehr selber gut im Griff.“ Dort sollte sie eine Notfallmedikation verabreicht bekommen – oft ein letzter Ausweg, der aber viele Nach- und Nebenwirkungen hat. Und die junge Erwachsene hat mich angerufen und hat gesagt: „Sabrina, kannst du bitte einfach nur fünf Minuten am Telefon bleiben, weil ich weiß, wenn ich jetzt einen Kontakt habe, dann brauche ich keine Medikamente.“ Und das ist schon cool. Also wenn jemand gelernt hat, Kontakt kann mich so regulieren, dass ich keine Medikation brauche. Das ist echt ein Gänsehaut-Moment.<br />Aber auch im Alltag sehen wir es oft: Ein fröhliches „Guten Morgen“ kann ein Kind völlig anders in den Tag starten lassen. Oder Jugendliche, die zum ersten Mal Körperkontakt zulassen, weil sie spüren: Da ist jemand, der bleibt und nicht bewertet.</p>
<p><strong>Was verändert sich langfristig durch NeuroDeeskalation bei Regenbogen Wohnen?</strong></p>
<p>Wir führen kaum noch Diskussionen darüber, ob jemand in unser System passt. Stattdessen fragen wir: Wie können wir die Beziehung gestalten – welches Bedürfnis hat unser Gegenüber?</p>
<blockquote>
<p>Mitarbeitende fühlen sich sicherer, handlungsfähiger – selbst in herausfordernden Situationen.</p>
</blockquote>
<p>Die innere Haltung stärkt auch den Gewaltschutz – und schützt die Fachkräfte selbst. Ich bin wirklich überzeugt davon, dass die innere Belastung abnehmen wird, weil es super viel Energie kostet, in so hochanstrengenden Situationen dabei zu sein. Wenn ich aber stattdessen erlebe, okay, ich kann jemanden begleiten und dadurch verändert sich etwas, komme ich weg von den Gedanken, hier muss ich was gewinnen und steige aus dem Machtgefälle aus Auch Macht ist eine Stressreaktion. Das ist sicherlich für meine innere Gesundheit ein Gamechanger.</p>
<p><strong>Und was wünschen Sie sich für die Zukunft?</strong></p>
<p>Dass NeuroDeeskalation sich weiterverbreitet. Dass mehr Fachkräfte erkennen: Ich kann etwas verändern – bei mir selbst und dadurch bei anderen.<br />Und dass wir von dem Gedanken weg kommen, dass Menschen aufgrund ihres Störungsbildes, aufgrund ihrer Biografie, oder äußerer Umstände nicht mehr therapierbar sind und damit irgendwann auf ein Abstellgleis kommen, sondern tatsächlich immer was möglich ist. Manchmal in minimalen Dosen, aber selbst minimale Dosen verändern was.</p>
<blockquote>
<p>Wenn sich diese Haltung durchsetzt, entstehen sichere, heilsame Orte – und Systeme müssen gar nicht mehr kollabieren. Das wünsche ich mir.</p>
</blockquote></div>
			</div>
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					<div class="et_pb_main_blurb_image"><span class="et_pb_image_wrap et_pb_only_image_mode_wrap"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="300" height="300" src="https://regenbogen-wohnen.de/wp-content/uploads/Sabrina-Kreitmaier-Einrichtungsleitung-Kinder-und-Jugendhilfe-e1722941239938.jpg" alt="" class="et-waypoint et_pb_animation_top et_pb_animation_top_tablet et_pb_animation_top_phone wp-image-2419" /></span></div>
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						<h4 class="et_pb_module_header"><span>Ihre Ansprechpartnerin: Sabrina Kreitmaier</span></h4>
						<div class="et_pb_blurb_description"><p><span class="agsdi-icon" data-icon="agsdix-smt1-email" style="font-size: 20px;">email icon</span> &#x6b;j&#x68;&#46;l&#x65;&#105;&#x74;&#x75;n&#x67;&#64;r&#x65;&#98;&#x6f;&#45;w&#x6f;&#104;n&#x65;&#110;&#x2e;&#100;e</p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h4 class="wp-block-heading">NeuroDeeskalation in der Regenbogen Wohnen Akademie</h4>
<p>Sabrina Kreitmaier und Carolin Obinger führen Kolleg*innen im Rahmen einer Schulung in die Methode der NeuroDeeskalation ein.</p>
<p>Mitarbeitende von Regenbogen Wohnen und externe Teilnehmende aus sozialen Einrichtungen können am Akademieangebot teilnehmen. Während einige Seminare verpflichtend sind, stehen andere zur freien Verfügung. Alle relevanten Informationen zur Anmeldung sind auf der Webseite einsehbar.</p></div>
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				<a class="et_pb_button et_pb_button_2 et_pb_bg_layout_light" href="https://regenbogen-wohnen.de/akademie/">zur Akademie</a>
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				<div class="et_pb_promo_description"><h2 class="et_pb_module_header">Wollen Sie auch von unserer Akademie für Mitarbeitende profitieren?</h2><div><p>Haben Sie Lust auf eine erfüllende Tätigkeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen?</p>
<p>Schreiben Sie uns eine Mail oder bewerben Sie sich direkt hier.</p></div></div>
				<div class="et_pb_button_wrapper"><a class="et_pb_button et_pb_promo_button" href="https://regenbogen-wohnen.softgarden.io/job/27938032/Fachkr%C3%A4fte-aus-dem-Gesundheits-und-Sozialwesen-m-w-d-f%C3%BCr-unsere-Wohngruppe-Garching?jobDbPVId=135315694&#038;l=de" target="_blank" rel="noopener">jetzt Bewerben</a></div>
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												<span class="nav-label">Der Standort Ruhpolding: Zuhause auf Zeit mit Panorama</span><span class="meta-nav"> &rarr;</span>
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		<title>Geschäftsführer Christian Boenisch über Armut und Teilhabe</title>
		<link>https://regenbogen-wohnen.de/positionen-armut-teilhabe/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 03 May 2024 08:57:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
		<category><![CDATA[Positionen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://regenbogen-wohnen.de/?p=2121</guid>

					<description><![CDATA[Auftakt einer neuen Themenreihe im Regenbogen Blog: In „Positionen“ wollen wir Themen aufgreifen, die uns auf der Seele brennen, die uns wichtig sind, die auch emotional sind. Dinge, die gesagt werden müssen.
Für den Auftakt hat sich Christian Boenisch, der Geschäftsführer der gemeinnützigen Regenbogen Wohnen gGmbH, ein wichtiges und gleichzeitig gewichtiges Thema ausgesucht: Armut.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="et_pb_section et_pb_section_6 et_section_regular" >
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong style="font-size: 16px;">Gerade vor wenigen Tagen hat der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband, dem auch Regenbogen Wohnen angehört, seinen Armutsbericht veröffentlicht: 16,8 Prozent waren 2022 einkommensarm. Das ist schon eine große Zahl. Zwei Drittel dieser armutsbetroffenen Menschen arbeiten aber! Jetzt interessiert mich natürlich, wie erlebt ihr das in eurer täglichen Arbeit Menschen mit einer psychischen Behinderung?</strong></p>
<p>Für uns ist es nichts Neues. Wir haben round about 450 Klientinnen und Klienten, Nutzerinnen und Nutzer von unseren Angeboten.</p>
<blockquote>
<p>Und ich würde schätzen, es sind über 95 Prozent, die von Transferleistungen, welcher Art auch immer, leben.</p>
</blockquote>
<p>Das Thema Armut ist darüber hinaus nichts Neues, weil man relativ schnell in die Situation kommt, die Kosten für die Unterbringung, für die Therapie, für Betreuung, Begleitung nicht selber zahlen zu können.<br />Also das heißt, diese sich zuspitzende Armutsproblematik ist in dem Spezialgebiet psychisch kranke Menschen im Rahmen der Eingliederungshilfe gar nichts Neues. Das ist fast immer so.</p>
<blockquote>
<p>Es stellt sich zum Beispiel die Frage: Wie gelingt größtmögliche Teilhabe an der Gesellschaft? Wie geht Integration im Quartier, im Wohnviertel oder von mir aus auch im Dorf? Das hat fast immer auch was mit Geld zu tun. Vom Kinoeintritt bis zum Sommerfest, vom Würstelgrillen bis zur Kulturveranstaltung.</p>
</blockquote>
<p>Und die Menschen, die wir begleiten, haben kein Geld. Das heißt, dieses Phänomen ist für uns nicht neu. Und bei der Inklusionsdiskussion ist das schon seit vielen, vielen Jahren ein Thema. Die sogenannten Maßnahmekosten, also Kosten für Betreute, sind so gering, dass man damit zum Beispiel keinen Urlaub oder das gemeinsame Hüttenwochenende organisieren kann. Das ist nicht finanzierbar.</p>
<p><strong>Das bedeutet, dass die Menschen, die bei euch Unterkunft finden, bei euch wohnen, selber eben fast nichts beisteuern können. Das heißt, es ist einfach dann wenig Geld da – auch wenn es erstmal gar nicht um Kinobesuche geht, sondern einfach darum, ein schönes, ausgefülltes Leben zu haben.</strong></p>
<p>Ganz wenig Taschengeld oder wie gesagt wird Freibetrag. Das ist ganz, ganz wenig. Damit macht man keine Reisen, keine Geschenke an Enkel oder Kinder. Das geht alles gar nicht. Und alles, was wir uns so in unserer Freizeit leisten, das können diese Menschen nicht. Essen gehen ist kein Thema. Das geht nicht. Einmal im Jahr zum Geburtstag vielleicht.<br />Wir bemühen uns, als Träger, zum Beispiel aus Spenden etwas beizusteuern, sodass Geburtstagsessen gemacht werden können.</p>
<p>Deswegen ist das Thema Armut in unserem Bereich jetzt nichts Neues. Es ist nur erschreckend, dass sie so zunimmt in der Gesamtbevölkerung. Das finde ich sehr erschreckend und trifft uns natürlich.</p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Die Armut in Deutschland verharrt auf hohem Niveau, so das Ergebnis des neuen <strong>Paritätischen Armutsberichts</strong>: 16,8 Prozent der Bevölkerung leben nach den jüngsten Zahlen in Armut, wobei sich im Vergleich der Bundesländer große regionale Unterschiede zeigen. Fast zwei Drittel der erwachsenen Armen gehen entweder einer Arbeit nach oder sind in Rente oder Pension, ein Fünftel der Armen sind Kinder.</p></div>
			</div><div class="et_pb_button_module_wrapper et_pb_button_3_wrapper  et_pb_module ">
				<a class="et_pb_button et_pb_button_3 et_pb_bg_layout_light" href="https://www.der-paritaetische.de/alle-meldungen/paritaetischer-armutsbericht-2024/" target="_blank" rel="noopener">zum Armutsbericht</a>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h2 style="text-align: left;">Armut durch psychische Erkrankung – oder psychische Erkrankung durch Armut?</h2></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_9  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Und ist es denn so, dass die Menschen, die bei euch wohnen oder wie du sagst, eure Angebote in Anspruch nehmen, zu großen Teilen schon vorher, also vor ihrer psychischen Erkrankung armutsbetroffen sind?</strong></p>
<p>Also es gibt die Situation, in denen ein Schicksalsschlag in der Familie z.B. zu einer Depression oder dass ein besonderes Ereignis im Leben zu einer Angststörung führt, das sich manifestiert oder chronifiziert. In dem Moment, wo man deswegen die Arbeit verliert, verliert man relativ schnell darauf die Wohnung. Und relativ schnell darauf ist man arm. Das geht in Deutschland innerhalb weniger Jahre. </p>
<blockquote>
<p>Manchmal bricht alles zusammen, gefühlt die ganze Welt, und irgendeine Situation oder Prädisposition führt dann dazu, dass sich ein bestimmtes Verhalten manifestiert und dann letztlich zu einer psychischen Erkrankung, Behinderung oder Störung führt. Dann ist man den Job los und dann geht es relativ schnell und man ist arm.</p>
</blockquote>
<p><strong>Gibt es denn Ansätze oder Ideen, wie man da einhaken könnte, oder ist es einfach so ein Weg, der dann passiert?</strong></p>
<p>Die gibt es natürlich. Unsere Schwester Regenbogen Arbeit hakt ja genau da ein. Diese gemeinnützige Gesellschaft ist eine Inklusionsfirma, in der die Menschen, die noch mit psychischen Erkrankungen, Behinderungen, Einschränkungen, Phasen zu tun haben, sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Die arbeiten bei Frischkost in der Produktion oder in der Kantine im Finanzministerium oder am Wertstoffhof einer Gemeinde oder auch im Büro. Jede Inklusionsfirma ist bemüht, die Reintegration oder Integration, Inklusion über Arbeit, über sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, wiederherzustellen.</p>
<p><strong>Das bedeutet, die Menschen, die bei euch betreut werden oder bei euch wohnen, sind zwangsläufig, früher oder später, abhängig davon, vom Staat unterstützt zu werden. Weil selbst wenn man ein Haus, ein Auto, ein Pferd hat, ist es ja schneller weg, als man gucken kann. Das heißt, eigentlich bedeutet das, wenn man eine psychische Behinderung hat, nicht mehr sein Leben alleine führen und nicht, oder nur sehr eingeschränkt, arbeiten kann, ist man ganz automatisch arm.</strong></p>
<p>Ja, früher oder später ist das so.</p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_11">
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				<div class="et_pb_promo_description"><h2 class="et_pb_module_header">Regenbogen Arbeit</h2><div><p>Die Regenbogen Arbeit gGmbh bietet Menschen mit psychischer Behinderung und langzeitarbeitslosen Menschen mit sozialen Problemen speziell angepasste Arbeitsplätze im Gastronomiebereich, der Lebensmittelverarbeitung und in der Entsorgungsbranche.<br />Mit professioneller Unterstützung gelingt es – je nach individueller Belastbarkeit – für Menschen mit einer Einschränkung und Behinderung eine geeignete Tätigkeit zu finden und eine langfristige Inklusion in die Arbeitswelt zu ermöglichen.</p></div></div>
				<div class="et_pb_button_wrapper"><a class="et_pb_button et_pb_promo_button" href="https://www.regenbogen-arbeit.de/" target="_blank" rel="noopener">Webseite ansehen</a></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_12">
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				<div class="et_pb_text_inner"><h2 style="text-align: left;">Armut bedeutet Exklusion aus der Gesellschaft</h2></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_11  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Eine ganz dramatische Folge der Armut ist der Ausschluss, von dem du jetzt schon mehrfach gesprochen hast. Dass man wirklich gar keine Chance mehr hat, irgendwie normal teilzunehmen an der Gesellschaft. Ohne Geld.</strong></p>
<p>Psychische Behinderung oder Erkrankung muss ja nicht heißen, ich interessiere mich nicht für klassische Musik. Ich interessiere mich nicht für Theater. Das können die Menschen sich alles nicht leisten. Sie können nicht sagen, Mensch mir geht’s heute gut und ich hätte Lust jetzt in die Kammerspiele in München zu gehen. No! ist nicht drin, das geht nicht.</p>
<p><strong>Was machen wir da jetzt? Gibt es da irgendwelche Programme? Ich gehe auch gerne ins Theater, es wäre doch großartig, das jemandem ermöglichen zu können oder jemandem mitzunehmen. Wie wäre es, wenn ich sagen würde, ich möchte das jemandem ermöglichen oder einer Wohngruppe ermöglichen ins Theater oder ins Konzert zu gehen.</strong></p>
<p>Also der einfachste klassische Weg ist man spendet und sagt als Spender:in, wofür man spendet. Und dann wird das von den gemeinnützigen Firmen, Organisationen auch umgesetzt.</p>
<p>Die Leute von BISS, dem Straßenzeitungsprojekt in München zum Beispiel, die haben Patenschaften für einzelne Zeitungsverkäufer. Das funktioniert ganz gut. Eine gute Idee, um einzelne Betroffene direkt zu unterstützen.</p>
<p>Was eine interessante Kultur ist, in Italien, dass man ein Espresso kauft und zwei bezahlt. Das gibt es in München an ein paar Stellen auch. Man dann sagt, ich trinke einen Cappuccino und zahle einen zweiten und stecke den Bon an ein Brett. Dann kommen Leute und können den bezahlten Bon nehmen und dort frühstücken, Cappuccino trinken, was auch immer. Ist eine gute Idee, hat manchmal eine Hemmschwelle, aber ein bisschen Teilhabe wird dadurch möglich.</p>
<p>Wenn man es anders organisieren wollte, dann müssten die Rabatte hoch oder Eintritte für Menschen mit Behinderung halt umsonst sein. Oder ein symbolischer Eintrittspreis von drei Euro oder was weiß ich, was, wo man sagt, es gibt jeden Abend zehn Karten von Zirkus bis Kammerspiele und von Philharmonie bis Kino, die halt nur zwei, drei Euro kosten.</p>
<p><strong>Das bedeutet, Armut wirkt sich auch negativ auf die Erkrankung aus, oder? Ich lebe unter Bedingungen, die es mir umso schwerer machen, mit meiner psychischen Erkrankung zu leben. Also indem man teilhat, indem man an der Gesellschaft teilnimmt, indem man sich ein schönes Zuhause einrichtet.</strong></p>
<blockquote>
<p>Was die Gesellschaft zu Menschen mit psychischen Erkrankungen übersetzt sagt, ist, jetzt exkludierst du dich durch deine psychische Erkrankung und weil das so ist, exkludieren wir dich jetzt zusätzlich, indem wir dir die materiellen Grundlagen nehmen, um wenigstens teilweise zurückzukommen, da zu sein, teilzuhaben. Das ist das, was wir sagen.</p>
</blockquote></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_13 et_pb_equal_columns et_pb_gutters3">
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				<div class="et_pb_promo_description"><h2 class="et_pb_module_header">Wir freuen uns über Ihre Spende</h2><div><p>Bank für Sozialwirtschaft<br />IBAN DE64 7002 0500 0001 8112 22<br />BIC BFSWDE33MUE</p>
<p>oder per sicherer Online-Spende</p></div></div>
				<div class="et_pb_button_wrapper"><a class="et_pb_button et_pb_promo_button" href="https://secure.spendenbank.de/form/1618?langid=1" target="_blank" rel="noopener">jetzt online spenden</a></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h4><span style="text-decoration: underline;">Weiterführende Links:</span></h4>
<ul>
<li>hier geht es zur Webseite vom Projekt <a href="https://biss-magazin.de/" target="_blank" rel="noopener">BISS</a></li>
<li>hier finden Sie teilnehmende Restaurants und Kaffees für den „<a href="https://suspendedcoffee.de/shops/karte/" target="_blank" rel="noopener">aufgeschobenen Kaffee“</a></li>
</ul></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_14">
				<div class="et_pb_column et_pb_column_4_4 et_pb_column_17  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et-last-child">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_13  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><h2 style="text-align: left;">„Es geht um Umverteilung“</h2></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_14  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p>Wir beschäftigen uns als Gesellschaft aktuell mit der Debatte, ob 0,8% der Bezieher von Bürgergeld, von Herrn Linnemann so bezeichnete Totalverweigerer, das System sprengen oder nicht. Nein, das tun sie natürlich nicht. Wir müssten über die anderen 99% reden. Wir müssen uns beschäftigen, was in der Gruppe der Armen, wie beispielsweise Alleinerziehenden, Seniorinnen und Senioren geschieht. In München haben Frauen laut Münchner Armutsbericht im Durchschnitt monatlich 949 € Rente. Im Durchschnitt! Das reicht in München nicht mal für die Wohnung. Da kann man sich entscheiden, wohnen oder essen. Was diese Menschen dann machen, ist klar. Die essen ganz wenig, die leben in alten Wohnungen und gehen zur Tafel. Das kann aber kein Konzept auf Dauer sein.</p>
<blockquote>
<p>Armut ist ganz schrecklich. Für all die Menschen, die betroffen sind, führt sie unmittelbar in eine grausame Einsamkeit. Ja, das kann man nicht anders sagen.</p>
</blockquote>
<p>Es geht um Umverteilung. Wir haben obszönen Reichtum. Man kann ja in München in die entsprechenden Straßen und Lokale gehen, die Preise kann man sich anschauen. Wenn ich an einem Geschäft vorbeigehe und muss von 160 Euro Taschengeld im Monat leben und da ist eine Strickjacke ausgestellt, die kostet 1700 Euro. Das ist obszön.</p>
<p>Menschen aus einer unserer Wohngruppen können nicht mal als Gruppe drei Tage am Staffelsee Urlaub machen. Und das will die Gesellschaft auch nicht. Das ist nicht gut und führt zu einer immer größer werdenden Spaltung.</p>
<p><strong>Also, wenn ich jetzt Ferienwohnungsbesitzer bin, am Staffelsee, und ich sage, hey, ich will das ermöglichen.</strong></p>
<p>Würden wir das sofort umsetzen. Ja. Klar, kann man machen. Hilft unbedingt.</p></div>
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_15">
				<div class="et_pb_column et_pb_column_4_4 et_pb_column_18  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et-last-child">
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_promo_description"><h2 class="et_pb_module_header">Münchner Armutsbericht</h2><div><p>Der Münchner Armutsbericht stellt zum einen die Lebenssituation und die Problemlagen von Münchner Bürger:innen dar, die von Armut betroffen sind. Zum anderen beschreibt er die zahlreichen bestehenden und geplanten Maßnahmen der Landeshauptstadt München und der freien Träger der Wohlfahrtspflege, die Armut bekämpfen und vorbeugen. Er ist ein zudem ein wichtiges Instrument, um Armut als Thema in die politische und öffentliche Diskussion einzubringen.</p></div></div>
				
			</div>
			</div>
				
				
				
				
			</div><div class="et_pb_row et_pb_row_16">
				<div class="et_pb_column et_pb_column_4_4 et_pb_column_19  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et-last-child">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_15  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><h2 style="text-align: left;">„Teilen wäre eine Devise“</h2></div>
			</div><div class="et_pb_module et_pb_text et_pb_text_16  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Könnte nicht das eigentlich eine gute Lösung sein, zu sagen, jeder der was hat, was er möglicherweise wenigstens einmal im Jahr teilen kann, macht das?</strong></p>
<p>Ja, ja. Aber die, die wirklich, wirklich viel haben, die tun es ja nicht. Wir beide tun es vielleicht immer wieder mal. Wir spenden oder wir geben was.</p>
<blockquote>
<p>Wir haben laut dem Bund der Steuerzahler geschätzt 100 Milliarden Steuerhinterziehung pro Jahr. Und das sind nicht wir beide, das sind nicht die Einkommenssteuerzahler, die das machen. In Deutschland haben wir 100 Milliarden pro Jahr Steuerhinterziehung. Wenn wir die zur Umverteilung zur Verfügung hätten, wäre schon gut.</p>
</blockquote>
<p>Warum wird Einkommen aus Aktiengewinnen mit 25 Prozent besteuert und dein Einkommen mit vielleicht 30, 35, meins mit 40. Warum? Es gibt keinen Grund dafür, keinen vernünftigen Grund.</p>
<p>Erben ist auch so eine Geschichte. Ja, das ist bei uns ein Tabu. Wenn nur jemand die Erbschaftssteuer erwähnt, gehen alle roten Lampen an, weil immer Angst geschürt wird. Da erbt jetzt jemand ein altes Häuschen von seiner Uroma oder was weiß ich was. Das will ja überhaupt keiner besteuern. Wir reden über die, die 10, 50 oder 100 Millionen erben.</p>
<blockquote>
<p>Über die Besteuerung dieser sehr großen Vermögen muss die Gesellschaft reden, wenn sich etwas positiv ändern soll.</p>
</blockquote>
<p>Wenn ich eine Ferienwohnung habe und ich nutze sie sechs Wochen im Jahr oder von mir aus auch zehn, dann kann ich doch teilen und sie immer noch 20, 30 Wochen im Jahr jemand anders zur Verfügung stellen. Da bin ich sehr dafür. Teilen wäre eine Devise. Und es gibt viele, viele, viele Dinge, die man tun kann.</p></div>
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				<div class="et_pb_promo_description"><h2 class="et_pb_module_header">Größtmögliche Teilhabe ermöglichen</h2><div><p>Sie wollen unseren Bewohnerinnen und Bewohnern einen Theaterbesuch oder Ausflug ermöglichen?<br />Oder Sie haben eine Ferienwohnung, die Sie uns zeitweise zur Verfügung stellen können?</p>
<p>Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme!</p></div></div>
				<div class="et_pb_button_wrapper"><a class="et_pb_button et_pb_promo_button" href="&#x6d;&#x61;&#105;&#108;t&#x6f;&#x3a;&#x73;&#105;nd&#x79;&#x2d;&#115;&#99;h&#x75;&#x6c;&#x7a;&#101;&#64;r&#x65;&#x62;&#111;&#45;w&#x6f;&#x68;&#x6e;&#101;n&#46;&#x64;&#x65;" target="_blank">Ja, ich will teilen!</a></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><h2 style="text-align: left;">„Kleine Menschen müssen anders groß werden, solidarisch, demokratisch!“</h2></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><strong>Ich finde das dramatisch. Ich will darüber gar nicht länger nachdenken, weil ich das Gefühl habe, dafür gibt es keine Lösung. </strong><strong>Was ist deiner Meinung nach eine Möglichkeit, diesem Auseinanderstreben, dieser Kluft zu begegnen?</strong></p>
<p>Langfristig ist die Lösung im Bildungssystem zu suchen. So wie Kinder groß werden in Schulsystemen, die sich der preußische Militärstaat erdacht hat, macht das keinen Sinn. Das ist sowas von anachronistisch.</p>
<blockquote>
<p>Kleine Menschen müssen anders groß werden, solidarisch, demokratisch. Schule ist im Prinzip eine demokratiefreie Zone. Schüler können dort eigentlich nichts mitentscheiden. Dann kommen sie raus aus der Schule und man wundert sich, dass das keine überzeugten Demokraten sind, für die unsere obersten Grundwerte die Orientierung auch für das eigene Leben darstellen.</p>
</blockquote>
<p>Demokratie kostet Kraft und Zeit. Aber wenn ich das nicht lerne, wenn ich nicht sehe, dass das ein Gewinn ist, auch wenn es mich persönlich vielleicht gerade mal irgendwas kostet, dann trete ich für diese Werte nicht ein. Also die langfristige Lösung liegt im Bildungssystem. Da muss man was tun. Bildung kann so nicht funktionieren, dass vorne einer steht und sagt, ihr anderen seid ruhig und jetzt sage ich euch, wie die Welt funktioniert.</p>
<p><strong>Vor allem, weil es ja wirklich Bestrebungen gibt im pädagogischen Bereich, Kinder sehr viel stärker einzubeziehen, sehr viel ernster zu nehmen, sie nach ihrer Meinung zu fragen, ihre Meinung anzuhören und eben nicht mit Macht über sie hinweg zu regieren&#8230; Und dann kommt die Schule. Und dann fragt sie plötzlich keiner mehr. Das ist natürlich schon&#8230;</strong></p>
<p>Es ist ein Auslese-Instrument bis heute. Völlig sinnfrei.</p>
<blockquote>
<p>Es ergibt überhaupt keinen Sinn, Kindern zwischen fünf und 15, nehmen wir mal diese zehn Jahre, zu beweisen, dass sie bestimmte Dinge nicht können. Nein, der Sinn muss sein, dass die Talente, die sie haben, so weit gefördert werden wie nur möglich. Diese Förderung führt zu Interesse und ermöglicht es den Kindern, die individuellen Talente auszubilden. Aber das muss man ja irgendwo lernen. Interesse bildet sich ja nicht einfach so, sondern es entsteht ja durch Leben, durch Situationen, durch Begegnungen, durch Ausprobieren.</p>
</blockquote>
<p>Dafür werden wir Personal und Geld brauchen. Und ein paar andere, strukturelle Dinge drumherum. Das wäre eine langfristige Lösung. Kleine Menschen müssen anders groß werden.</p>
<p><strong>Wäre es eine steile These zu sagen, wenn Menschen hier anders groß werden und vielleicht weniger Frustration erleben oder sich anders entfalten können im Großwerden, dann haben sie auch eine größere Chance gesund zu bleiben in ihrem weiteren Leben?</strong></p>
<p>Ja, selbstverständlich hätten wir weniger Krankheit. Und zwar somatische wie psychische. Aber hundertprozentig. Nicht null, aber natürlich weniger.</p>
<p>Wir betreiben ja eine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung in Neuburg. Wie viele Kinder dort wegen Angst und Depression vorgestellt werden, ist doch verrückt. Ein Ergebnis der Verhältnisse.<br />Also langfristig müsste das Bildungssystem auf den Kopf gestellt werden, was sehr, sehr schwer ist. Schwer, weil natürlich die Lehrer, die da sind, die natürlich nicht alle böse sind und engagierte Menschen sind, zunächst sozusagen Systemerhalter sind und individuell betrachtet vielleicht sogar sein müssen… Man kann ja nicht ausgerechnet von denen verlangen, dass sie das System umkrempeln. Die Arbeitsbedingungen für Lehrer:innen müssen sich vorher ändern.</p>
<blockquote>
<p>Kinder müssen lernen, dass Solidarität und Gerechtigkeit Werte sind, die allen helfen, auch wenn es einige gibt, die was abgeben müssen. Inklusion funktioniert übrigens auch nur so. Es ist eigentlich ganz einfach. Inklusion funktioniert nur, wenn alle, die über dem Durchschnitt sind, was geben. Also ein paar werden was abgeben müssen, sonst wird es nicht gehen.</p>
</blockquote></div>
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				<div class="et_pb_column et_pb_column_4_4 et_pb_column_22  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et-last-child">
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><h2><strong>In Demokratie investieren und sich engagieren</strong></h2></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p>Und die kurzfristige Lösung ist, wir haben zwei große Dinge, die in den nächsten paar Jahren wahrscheinlich schlagend werden und die angegangen werden müssen.<br />Das eine ist der zunehmende Rechtsradikalismus.</p>
<blockquote>
<p>Es gibt eine Clique, der es gelungen ist, zehn bis zwanzig Prozent der Menschen so zu emotionalisieren, dass sie bereit sind, echten Rechten, also echten Faschisten und Rassisten usw. die Macht zu geben, autoritären Menschen. Das ist ihnen teilweise bereits gelungen. Demokraten müssen das aber verhindern.</p>
</blockquote>
<p>Und das andere ist eben, und das hängt irgendwie auch zusammen,</p>
<blockquote>
<p>wir müssen Geld anders verteilen. Oder Ressourcen, sagen wir Ressourcen. Wir müssen Ressourcen anders verteilen.</p>
</blockquote>
<p>Es kann nicht sein, dass ein Mensch, der mit zwei Kindern, weil er keine Partnerin oder keinen Partner hat, dass der deswegen arm wird. Das ist völlig bescheuert.</p>
<p><strong>Was kann denn jeder einzelne hier tun?</strong></p>
<p>Ich glaube, dass alle, die sich jetzt im Sinne von demokratischer Gesellschaftspolitik, Zeit nehmen und geben und engagieren, automatisch zu dem gleichen Schluss wie gerade besprochen kommen. Aber den Schritt muss jeder persönlich machen und</p>
<blockquote>
<p>man muss sagen, ja, ich will von meiner Freizeit in Demokratie investieren. Das kann im Sportverein sein, das kann im Gemeinderat sein, das kann im politischen Mandat sein, das kann in einer Selbsthilfe- oder Frauengruppe oder wo auch immer sein. Ich meine es wirklich umfassend. Aber das muss passieren.</p>
</blockquote>
<p>Wenn man sich zum Beispiel die Ergebnisse des Bürgerrats anschaut, da diskutieren 100 Leute, man gibt ihnen die Ressource zu diskutieren. Die haben wunderbare Vorschläge. Kinder müssten doch Mittag essen, oder? Hui, was für eine Idee! Mittagessen für Kinder. Da bräuchte der Staat, die Gesellschaft jetzt Geld. Wird der Vorschlag oder diese Forderung des Bürgerrates daran scheitern? Selbst wenn. Es ist ein gutes Beispiel. Da sind 100 Leute, die haben sich jetzt engagiert, die haben was verstanden, die kommen von ganz alleine zu solchen Lösungen.</p>
<p><strong>Und das Gute an Lösungen, auf die man alleine kommt, ist ja, dass man sie viel besser vertreten kann als die, die einem vorgegeben werden.</strong></p>
<p>Das habe ich vorher gemeint mit der Schule als Einrichtung zum Erlernen von Demokratie. Wenn man die Kinder entscheiden lässt, auch wenn da mal was schiefgeht, ist ja keine Frage, denn die schlagen über die Stränge, die probieren Sachen aus, die sind entweder schwierig oder gefährlich oder irgendwas, wird sich etwas ändern. Sie lernen immer was dabei, das ist das Schöne. Das machen wir das nächste Mal anders oder wir müssen doch irgendwie miteinander Regeln finden, damit das und das und das nicht passiert.<br />Das funktioniert, hundertprozentig.</p>
<p><strong>Also unterscheiden sich die kurzfristige und die langfristige Lösung eigentlich gar nicht so stark voneinander. Es ist nur so, dass die kurzfristige eine Überbrückung sein kann, bis die langfristige wirkt, aber beide eigentlich das Ziel haben, Gemeinschaft und Solidarität und das soziale Miteinander wieder in den Vordergrund zu stellen.</strong></p>
<p>Ja, klar.</p>
<blockquote>
<p>Je mehr antidemokratische Extreme ich zulasse, desto weniger Gemeinschaft kann ich haben.</p>
</blockquote>
<p>Es wird immer Extreme geben, das ist ja auch gut so. Das macht ja die Individualität und das Menschsein an sich, aus. Es wird Leute geben, die laufen jeden Tag einen Berg rauf und tausend andere sagen, ich verstehe das nicht.</p>
<blockquote>
<p>Was es nicht geben muss, ist, dass 10%, oder noch weniger mehr als die Hälfte des gesamten Volksvermögens besitzen. Das muss nicht sein. Und die Ausgrenzung, die die Menschenwürde verletzt – die darf in unserer Gesellschaft auch nicht sein.</p>
</blockquote>
<p><strong>Zum Glück bist du ja noch so fit und kannst jetzt einfach in deiner nächsten Tätigkeit dann eine freie Schule gründen oder so. Das Bildungssystem umkrempeln.</strong></p>
<p>Ja, ich werde mich in jedem Fall weiter engagieren.</p>
<p>Denn es muss Leute geben, die sagen worum es im Sinne unseres Grundgesetzes und unserer Demokratie geht.</p>
<p><strong>Danke für dein Engagement!</strong></p></div>
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			</item>
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		<title>Herzensprojekte, Haltung, Heimat geben</title>
		<link>https://regenbogen-wohnen.de/herzensprojekte-haltung-heimat-geben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Apr 2023 10:00:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Positionen]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmen]]></category>
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					<description><![CDATA[Nach 47 Berufsjahren im sozialen Bereich hat sich Prokuristin Maria Thomaser nun in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.
Wir haben sie gefragt, auf welche Ergebnisse und Entwicklungen sie zurückblickt, was ihre Tipps für junge Kolleg:innen sind und was sie sich für Menschen mit psychischer Behinderung noch wünscht.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="et_pb_section et_pb_section_8 et_section_regular" >
				
				
				
				
				
				
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				<div class="et_pb_text_inner"><p><!-- divi:heading --></p>
<h2>Blickt auf 25 Jahre Regenbogen Wohnen zurück – und ein bisschen voraus: Maria Thomaser</h2>
<p><!-- /divi:paragraph --></p></div>
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				<div class="et_pb_text_inner"><div class="wp-block-column">
<p><strong>Liebe Frau Thomaser, vielen Dank, dass ich Sie sich an Ihrem letzten Arbeitstag die Zeit nehmen, uns ein paar Fragen zu beantworten!</strong><br /><strong>Zu Beginn gleich mal die Frage nach der Zeit, auf die sie zurückblicken: wie lange sind Sie in im Beruf gewesen?</strong><br />25 Jahre waren es bei Regenbogen Wohnen. Insgesamt werden es ca. 47 Jahre sein.<br /><strong>Da haben Sie ja wirklich viel gesehen in Ihrem Berufsleben und erlebt! Wie sind Sie zu dem Beruf gekommen? Warum haben Sie sich dafür entschieden?</strong><br />Mir war wichtig, in einem sozialen Beruf tätig zu sein. Eigentlich wollte ich in den Entwicklungsdienst. Deshalb bin ich Krankenschwester geworden. Dann merkte ich im Klinikalltag, dass mir die Fließbandarbeit nicht liegt, ich wollte mehr mit den Menschen arbeiten. So habe ich mich, weil ich zu dieser Zeit selbst viel malte, angefangen für Kunsttherapie zu interessieren. Im Studium bin ich während eines Praktikums im Klinikum rechts der Isar zum erstmals mit der Psychiatrie in Kontakt gekommen. Dann führte mich der Weg auf Umwegen zu Regenbogen Wohnen. Dort bin ich in die Betreuung eingestiegen und habe auch kunsttherapeutisch gearbeitet. Parallel bin ich berufsbegleitend Sozialwirtin geworden und im weiteren Verlauf in die Leitung und Geschäftsführung gewechselt. Die Jahre war ich Prokuristin und habe die Abteilung Fachdienst und Qualitätsmanagement geleitet.<br /><strong>Beachtlich, dass Sie so viele Jahre in dem beruflichen Umfeld durchgehalten haben, ausgehalten, das zehrt ja schon an einem, oder wie haben Sie das empfunden?</strong><br />Meine Arbeit war zeitweise ziemlich kraftraubend. Das kann man gar nicht anders sagen. Ich habe immer versucht auszugleichen– mit Malen, Tanzen, Theater spielen, in die Berge gehen… und darauf geachtet, dass diese Dinge nicht zu kurz kommen. Das hat mir sehr geholfen und ganz sicher haben auch meine Familie und Freunde sehr dazu beitragen, wenn es mir einmal wirklich arg reinging.<br /><strong>Es gelingt wahrscheinlich nicht immer, die Geschichten, die man so erlebt, nicht mit nach Hause zu nehmen.</strong><br />Ich bin jemand der gerne reflektiert und gehe, wenn es nötig ist zum Coaching. Auch zu meditieren ist für mich eine gute Methode, um Abstand zu bekommen. Und … manche Dinge muss man einfach durchdenken, man kann sie nicht hinter der Tür lassen.<br /><strong>Ein wichtiger Satz! Ich kann mir vorstellen, dass es gerade für Berufsanfänger eine Erleichterung ist, wenn man hört: „es ist schon okay, auf was ‚rumzukauen‘, man muss nur wissen, wie!“</strong><br />Ja, einen professionellen Umgang damit kann und muss man lernen. Für mich war es immer gut, jemanden zu haben, mit dem ich reden kann, was mich gerade umtreibt.<br />Uns ist es bei Regenbogen Wohnen sehr wichtig, dass wir allen Mitarbeitenden die Möglichkeit geben, sich und ihre Arbeit zu reflektieren. Das darf nicht zu kurz kommen und ist uns ein wichtiges Anliegen.<br /><strong>Deswegen ist auch die <a rel="noreferrer noopener" href="https://regenbogen-wohnen.de/akademie" target="_blank">Akademie</a> mit Sicherheit ein Herzensprojekt für Sie gewesen, oder?</strong><br />Absolut! Es war gar nicht leicht, speziell die Gesundheitskurse am Anfang voll zu bekommen. Es hat ein bisschen gebraucht, bis die Wichtigkeit gesehen wurde, sich einen Tag Auszeit zu nehmen. Sei es um z.B. Achtsamkeitstraining oder bestimmte Entspannungstechniken kennenzulernen, bewusst in der Natur zu sein, dass man sich die Zeit nimmt und den Raum um sich anders zu erleben und mit diesem Blick auf die Arbeit zu schauen. Das verändert schon vieles! Demnächst möchten wir z.B. das Thema „Humor“ als Ressource neu aufnehmen.<br /><strong>Wann haben sie denn damit begonnen, das einzuführen?</strong><br />Fortbildungen gab es bei Regenbogen Wohnen schon als ich von 25 Jahren anfing. Aber das Angebot war schlanker. Die Akademie mit den Angeboten, wie es sie jetzt auf der Homepage gibt, haben wir in den letzten Jahren immer weiter ausgebaut. Ich bin tief und fest davon überzeugt, dass ohne ein gewisses Level an kontinuierlichen Fortbildungen und Supervision die Arbeit nicht professionell gemacht werden kann<br /><strong>Als Sie angefangen haben, in dem Bereich, hatten Sie da Ziele, etwas, wo sie sagen, das will ich anpacken, das will ich verändern?</strong><br />Was mir ganz persönlich wichtig war, dass die fachliche Arbeit, unser Kerngeschäft, mit der Wertschätzung passiert, die wir uns auf die Fahnen schreiben. Es hatte für mich immer oberste Priorität, dass wir unsere Arbeit mit einer Haltung machen, hinter der wir alle stehen können. Als ich bei Regenbogen Wohnen anfing, gab es bereits das heutige Leitbild. Es hat sich nur in Kleinigkeiten verändert und spiegelt sich in den aktuellen <a href="#fuehrungsleitlinien">Führungsleitlinien</a> wider. Es war mir immer sehr wichtig, dass ich dort wo ich arbeite, die Werte sichtbar gelebt werden. Und das war damals schon so.<br />Als ich in Haus 23 (im damaligen Bezirkskrankenhaus Haar) anfing, meine erste Station, habe ich schon gesehen, dass Regenbogen Wohnen wirklich für Jedermann die Türen offen hat. Ich habe gelernt, was möglich ist, und das haben wir weiter professionalisiert. Wir haben versucht, die Angebote immer wieder so anzupassen, dass sie den Gegebenheiten entsprechen, die es braucht. 25 Jahre ist … ein langer Bogen. Inzwischen haben sich die Bedarfe der Menschen die wir begleiten, verändert.<br /><strong>Inwiefern?</strong><br />Es verjüngt sich ganz arg, und diese Menschen sind einfach noch viel zu jung, um in der Gesellschaft keinen Platz zu finden. Abgesehen davon, dass das in jedem Alter wichtig ist.<br />Früher sollten die Menschen in den Einrichtungen hauptsächlich beheimatet sein, sie sollten sich wohlfühlen und sich wie in einer Familie erleben. Ihre gute „Versorgung“ war wichtig. Dieser Gedanke hat sich verändert. Man geht von Anfang an davon aus, dass sie, wenn es möglich ist, so gut es geht, auf eigenen Beinen stehen und ihren Platz in der Gesellschaft haben. Sie sollen von einer Einrichtung nicht so abhängig werden. Das geht natürlich nicht bei allen. Das <a href="https://regenbogen-wohnen.de/herzensprojekte-haltung-heimat-geben/?preview=true&amp;_thumbnail_id=1496#bundesteilhabegesetz">Bundesteilhabegesetz</a> stellt die Selbstbestimmung in den Mittelpunkt und ein Netzwerk soll mit unterstützen. Man schaut, gibt es etwas im Umfeld, Familie, Freunde, im sozialen Raum, wie Volkshochschule, Verein, etc., wo sie auch hingehen können.</p>
</div>
<div class="wp-block-column">
<p><strong>Gab es in all den Jahren ein oder mehrere Projekte, wo sie sagen, darauf blicke ich wirklich mit Stolz und Freude zurück, das habe ich besonders leidenschaftlich begleitet – neben all den Dingen, die sie sowieso mit viel Leidenschaft begleiten …</strong><br />Oh, da gibt es vieles, z.B. die Einrichtung in Unterschleißheim mit den speziellen Angeboten. Es war ein sehr dickes Brett zu bohren, sie dort mitten in einem Wohnviertel auf die Beine zu stellen.<br />Aber auch die Tagesstätte, die neue Angebote in Ruhpolding, die Appartements in Ingolstadt und München … oder die Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe in Neuburg an der Donau. Die sind richtig gut geworden! Sie sind an einem guten Standort, haben wunderbare atmosphärisch schöne Häuser, eines davon steht unter Denkmalschutz, tolle Teams, .. aber die haben wir zum Glück überall. Ich finde, gerade bei Kindern und Jugendlichen ist die familiäre Atmosphäre total wichtig, da hat man schon ein ganz anderes „Reinkommen“.<br />Dagegen Unterschleißheim – es ist ein sehr großes Haus, wirkt schon fast wie ein Hotel.<br />Der Immobilienmarkt und die Kostenkalkulation zwingen uns dazu, in so große Gebäude zu gehen. Das ist wirklich ein Zwang und diese Entwicklung finde ich nicht gut!<br />Wir können für stationäre Einrichtungen nicht mehr wie früher kleine gemütliche Häuser nehmen. Die großen Einheiten, die wir heute anmieten, haben eine andere Atmosphäre. Jeder qm ist genau kalkuliert und nach einer vorgeschriebenen DIN-Norm gebaut, das nimmt viel von der Wohnatmosphäre, die früher z.B. unsere Bauernhöfe oder kleineren Häuser hatten. Uns ist das Milieu, das Wohnumfeld in denen die Menschen ihre Zeit verbringen, sehr wichtig.<br /><strong>Gibt es etwas, was unbedingt noch passieren müsste in Gesellschaft oder Politik, dass die Situation psychisch behinderter Menschen eine bessere wäre, dass man ihnen da bessere Möglichkeiten bieten kann?</strong><br />Im <a href="https://regenbogen-wohnen.de/herzensprojekte-haltung-heimat-geben/?preview=true&amp;_thumbnail_id=1496#bundesteilhabegesetz">Bundesteilhabegesetz</a>, bzw. in der UN-Behindertenrechtskonvention ist bereits alles niedergeschrieben, was es zu erstreben gilt.<br />Wenn es etwas gibt, was die Gesellschaft dringend tun müsste, dann ist es genügend<span> </span><a href="https://regenbogen-wohnen.de/herzensprojekte-haltung-heimat-geben/#wohnraum">geeigneten Wohnraum</a><span> </span>zu schaffen. Ein sicheres Zuhause, wo die Menschen sich niederlassen können, wo sie Heimat finden. Wenn es diesen Wohnraum nicht gibt, dann kann man die Arbeit nicht zielführend machen.<br />Das ist das eine. Und das andere ist, dass es professionelle Mitarbeitende braucht. Man kann feststellen, wenn sich soziale Berufsgruppen schwertun an einem Standort wie München von ihrem Lohn die Miete zu bezahlen, dann werden sie diesen Beruf nicht mehr wählen. Der Fachkräftemangel, den wir auch spüren, hat auch damit zu tun, dass die Bedingungen so schwierig geworden sind. Dazu kommt, dass 2/3 unserer Mitarbeitenden Frauen sind. Wenn sie in die Familienplanung gehen wird’s schwierig für sie, unsere Arbeitszeiten passen oft nicht zu den Kita-Zeiten. Wie soll das gehen? Das betrifft viele Eltern im sozialen Bereich. Wer kann schon mit kleinen Kindern Schichtdienst machen?<br />Es wird schon sehr viel Flexibilität von den Mitarbeitenden gefordert, aber die Gesellschaft bewegt sich an der Stelle, auch die Politik, finde ich, nicht flexibel genug, um das, was die Mitarbeitenden leisten müssen, zu unterstützen.<br /><strong>Haben Sie konkrete Ideen, wie die Teilhabe noch besser gelingen kann? Sie haben von „einem Platz in der Gesellschaft“ gesprochen – das ist ja ein ganz wichtiger Teil der Mission von Regenbogen Wohnen.</strong><br />Ich denke da müssen mehrere Kräfte wirken. Das eine ist, dass wir als Professionelle an dem Thema Stigmatisierung arbeiten, gute Öffentlichkeitsarbeit machen, dass wir für Begegnungen sorgen, dass die Gesellschaft mit Menschen mit einer psychischen Behinderung in Berührung kommt. Das man sich kennenlernt, dass man sich ein Bild machen kann voneinander.<br />Ich wünsche mir, dass es den Gedanken der Inklusion vielleicht gar nicht mehr braucht. Aber das ist ein sehr weit gegriffener Gedanke. Dass Menschen mit einer psychischen Behinderung von der gesamten Gesellschaft getragen werden …. und dass uns das als Gesellschaft auch wichtig ist! Dass es Regenbogen Wohnen nicht mehr braucht, dass wir Menschen mit …… einer Behinderung ,…. ich will nicht mehr von Menschen mit …. , von Randgruppen …. Ach, …ich suche nach einem guten Wort….<br /><strong>… ja, allein bei der Wortfindung muss man aufpassen. Eigentlich wäre es toll, man könnte da ganz normal drüber sprechen, oder?</strong><br />Wie wäre es, wenn es einfach keine Randgruppen mehr gibt! Die gibt es ja nur, weil große starke Gruppen andere an den Rand drängen. Wie wäre es, wenn es diese Unterscheidung einfach nicht mehr braucht!<br /><strong>Das ist doch eine Vision!</strong></p>
<p><strong>Zum Schluss würde Ihnen jetzt gern noch eine Stimme geben. Einmal an die Berufsanfänger: Gibt es was, was sie denen mit auf den Weg geben wollen?</strong><br />Neugierig sein! Offen sein! Ausprobieren.<br />… und über die nötige Selbstfürsorge haben wir ja schon gesprochen.<br /><strong>Gibt es auch was, was sie der Gesellschaft zurufen wollen?</strong><br />Ich will was Positives sagen! Danke, dass wir uns unsere Arbeit leisten können! Sie kostet richtig viel Geld. Das ist unser aller Geld. Man kann immer noch mehr tun. Aber wir tun auch schon sehr viel, und da sind viele Menschen dran beteiligt, dass das funktioniert. Und dafür glaub ich, kann man sich, so generell, auch mal bedanken!<br /><strong>Was für eine schönes Schlusswort!</strong></p>
<p><strong>Frau Thomaser, haben sie schon eine Idee, wie das jetzt wird? Nach 47 Jahren Engagement und Kümmern und Da sein, und an noch besseren Bedingungen arbeiten – was machen Sie denn jetzt? Können Sie das einfach so stehen lassen und sagen: Ich habe mein Möglichstes getan? Wie fühlt sich das an?</strong><br />Es fühlt sich sehr gut an, diesen Lebensabschnitt jetzt zu beenden. Ich konnte viel verwirklichen von dem, was mir wichtig war. Ich bin total stolz, was wir gemacht haben und wie das jetzt läuft.<br />Ich werde (lacht) mein zukünftiges Leben jetzt anders gestalten, indem ich mich jetzt mehr um meine Familie und Freunde kümmere – also einfach mehr Energie wieder dafür habe. Und wenn es mich drängt – wer weiß … aber das muss sich ergeben.<br /><strong>Bestimmt, sowas kommt ja meist zu einem. Ich habe ein gutes Gefühl, dass Ihnen nicht langweilig wird!</strong><br />Ganz bestimmt nicht (lacht).<br /><strong>Alles Gute!</strong><br />Danke!</p>
</div></div>
			</div>
			</div><div class="et_pb_column et_pb_column_1_4 et_pb_column_25  et_pb_css_mix_blend_mode_passthrough et-last-child">
				
				
				
				
				<div id="bundesteilhabegesetz" class="et_pb_with_border et_pb_module et_pb_text et_pb_text_23  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><h4 class="wp-block-heading"><strong>Das</strong> <strong>Bundesteilhabegesetz</strong></h4>
<p>(BTHG) ist ein umfassendes Gesetzespaket, das in vier zeitversetzten Reformstufen bis 2023 in Kraft tritt und das für Menschen mit Behinderungen viele Verbesserungen vorsieht. Mit dem Bundesteilhabegesetz  wurden mehr Möglichkeiten der Teilhabe und mehr Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderungen geschaffen. Menschen mit Behinderungen, die Eingliederungshilfe beziehen, können mehr von ihrem Einkommen und Vermögen behalten.</p>
<p style="text-align: right;"><a href="https://regenbogen-wohnen.de/herzensprojekte-haltung-heimat-geben/?preview=true&amp;_thumbnail_id=1496">mehr erfahren &gt;</a></p></div>
			</div><div id="fuehrungsleitlinien" class="et_pb_with_border et_pb_module et_pb_text et_pb_text_24  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><h3>Maria Thomaser</h3>
<p>Prokuristin, Leitung Fachdienst und Qualitätsmanagement.</p>
<p>Nach 25 Jahren bei Regenbogen Wohnen und 47 Berufsjahren im sozialen Bereich hat sie sich nun in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.</p>
<p>Wir haben sie gefragt, auf welche Ergebnisse und Entwicklungen sie zurückblickt, was ihre Tipps für junge Kolleg:innen sind und was sie sich für Menschen mit psychischer Behinderung noch wünscht.</p></div>
			</div><div id="fuehrungsleitlinien" class="et_pb_with_border et_pb_module et_pb_text et_pb_text_25  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_text_inner"><h4 class="wp-block-heading">Führungsleitlinien</h4>
<p>Regenbogen Wohnen hat für sich Werte definiert und diese in den Führungsleitlinien niedergeschrieben.</p></div>
			</div><div id="wohnraum" class="et_pb_with_border et_pb_module et_pb_cta_5 et_pb_promo  et_pb_text_align_left et_pb_bg_layout_light">
				
				
				
				
				<div class="et_pb_promo_description"><h2 class="et_pb_module_header">Wohnraum gesucht</h2><div><p><span>Im Zentrum unserer Arbeit steht, Menschen mit psychischer Behinderung in unseren Wohnangeboten einen guten, sicheren Ort zum Leben und Sein zu bieten. Dafür sind wir immer auf der Suche nach geeignetem Wohnraum. Sind Sie Vermieter:in und wollen uns für unsere Arbeit ein Haus vermieten / verkaufen / stiften / vererben? Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme!</span></p></div></div>
				<div class="et_pb_button_wrapper"><a class="et_pb_button et_pb_promo_button" href="&#109;&#x61;&#105;&#x6c;&#116;&#x6f;:&#x74;a&#110;&#x6a;&#97;&#x2e;&#109;&#x65;t&#x7a;n&#101;&#x72;&#64;&#x72;&#101;&#x62;&#111;&#x2d;w&#x6f;h&#110;&#x65;&#110;&#x2e;&#100;&#x65;">Schreiben Sie uns</a></div>
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